Sprachgesellschaften und ihre Ziele

Sprachgesellschaften entstanden im  17. Jahrhundert in der Barockzeit (1600-1720). Sie standen für die Pflege einer reinen, vor allem von ausländischen Elementen befreiten deutschen Sprache und Poesie im Schreiben und im Reden. Dadurch waren sie sehr angesehen.  So kam es auch ab und zu zu übertriebenen Bemühungen bei der Verdeutschung von Fremdwörtern, wie zum Beispiel:

Fenster Tagesleuchter
Fieber Zitterweh
Nase Löschhorn/Gesichtserker
Pistole Reispuffer

Bei  manchen Wörtern wiederum war die Eindeutschung erfolgreich; wenngleich nicht alle bis heute geläufig sind:

Diarium Tagebuch Säkulum Jahrhundert
Moment Augenblick Theater Schaubühne
Epilog Nachwort Testament Letzter Wille

Als erste und bedeutendste deutsche Sprachgesellschaft  wurde 1617 in Weimar die »Fruchtbringende Gesellschaft« von Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen ins Leben gerufen. Man kannte sie auch wegen ihres Emblems, dem indischen Palmenbaum, unter dem Namen »Palmenorden« (siehe Abbildung rechts). Mit  890 Mitgliedern, davon 75 Prozent Adlige, war sie die größte literarische Gruppe in der Barockzeit. Es folgten kleinere Sprachgesellschaften wie die »Aufrichtige Tannengesellschaft«, die »Pegnitzschäfer«, die »Deutschgesinnte Genossenschaft« oder der »Elbschwanorden«.

Ihr Ziel war es, die Sprache zu pflegen. Am Anfang wollten sie sie von fremden Einflüssen befreien – wie zum Beispiel durch die Soldaten, die durch den 30-jährigen Krieg (1618-1648) nach Deutschland kamen – und somit das Hochdeutsch hof-und standesgemäß machen. Ihr größtes Streben war die Eindeutschung der Wörter; leider führte dies wegen der übertriebenden Vaterlandsliebe (Chauvinismus) oft zu Übertreibungen (Beispiel:  Pistole = Reispuffer). Außerdem sollte auch die einheitliche Orthographie (Rechtschreibung) gefördert und Fragen zur Sprachwissenschaft des Hochdeutsch und der Poesie (Dichtkunst) geklärt werden.Wenn Mitglieder der Sprachgesellschaften  Schriftsteller waren, sprachen sie sich in Gedichten oder Zeitungsberichten gegen die ausländischen Einflüsse aus. All diese Gedichte und Berichte haben eine Gemeinsamkeit:  Die Schriftsteller sind sehr davon überzeugt, dass Deutsch die perfekte Sprache für das Schreiben und Sprechen ist.

Die Sprachgesellschaften waren sehr angesehen zu ihrer Zeit. Ihre größten Taten waren die Erschaffung der deutschen Poesie und die ständige Überprüfung und Reinhaltung der geschriebenen und gesprochenen Sprache.


Quellen:

Internet

http://www.referendar.de/arbeitsblaetter/Barock-Sprachgesellschaften.PDF (Zugriff: 2010-12-10)
http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtbringende_Gesellschaft (Zugriff: 2010-12-10)
http://www.welt.de/kultur/article4155107/Die-wichtigsten-neuen-Woerter-im-aktuellen-Duden.html (Zugriff: 2010-12-10)
http://www.gymnasium-meschede.de/projekte/projekt12-02/deutsch/sprachgesellschaften.htm (Zugriff: 2010-12-10)
http://www.sprachpflege.info/images/NFG-Logo.gif (Zugriff: 2010-12-10)

Literatur

Bibliographisches Institut in Gemeinschaft mit der Dudenredaktion (Hg.): Duden Lexikon (Dritter Band: P-Z), Mannheim 1962.

Bildquelle

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Fruchtbringende.gif&filetimestamp=20080508063014


Vanessa

Kommentare

  1. Lisa

    Dein Text über die Sprachgesellschaften ist sehr aufschlussreich und verständnisvoll. Deine genannten Beispiele lockern den Text etwas auf, was ich sehr gut finde. Der Fazit ist gut gelungen und sehr zusammenfassend geschrieben.

  2. Natalie

    Der Text ist super verständlich und gut geschrieben. Mir gefallen deine Einleitung, die Beispiele und dein Fazit besonders gut und ich finde den ganzen Text sehr gut gelungen.

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